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Lesezeichen auf Google-Dienste: So geht's, wenn man mehrere Accounts hat

Worum geht es?#

Ein privates Konto, ein Firmenkonto: Mehrere Google-Konten gleichzeitig im selben Browser sind für mich der Normalfall.

Nur die Lesezeichen machen dabei Ärger. Wer sich den Kalender des Firmenkontos als Lesezeichen ablegt, landet ein paar Wochen später plötzlich im privaten Kalender. Oder umgekehrt. Wer nicht aufpasst, sagt falsche Slots zu. Und das obwohl niemand etwas an dem Lesezeichen geändert hat.

Schuld ist die Art und Weise, wie Google den Account-Context, in die Adresse schreibt:

https://calendar.google.com/calendar/u/1/r

Diese Nummer ist keine Konto-ID, sondern ein Index und somit eine Momentaufnahme. Genau deshalb funktioniert das mit dem Lesezeichen nicht. Die Lösung folgt sogleich, die Erklärung ist weiter unten zu finden.

Mit diesem kleinen Formular, generiert ihr euch Links, die permanent funktionieren, lokal und mit wenigen Klicks.

Permanenter Link
Link aufrufen

Warum die Nummer nicht taugt#

Die Nummer hinter /u/ ist die Position in der Anmelde-Reihenfolge des Browsers. Das zuerst angemeldete Konto bekommt /u/0/ und ist zugleich das Standardkonto, das zweite /u/1/, das dritte /u/2/. Die Zählung gehört zum Cookie-Zustand des Browsers, nicht zum Konto.

Bei anderen Diensten steckt derselbe Wert im Query-Parameter authuser:

https://docs.google.com/spreadsheets/d/xxxxx/edit?authuser=1
https://console.cloud.google.com/home/dashboard?authuser=2

Über das Konto-Menü oben rechts zwischen Konten zu wechseln ändert diese Zuordnung nicht. Kippen kann sie trotzdem, und zwar öfter als man denkt:

  • Nach dem Abmelden und Wiederanmelden in anderer Reihenfolge wird aus /u/1/ ein /u/0/.
  • Cookies gelöscht, Browser-Daten bereinigt, „Beim Beenden alles löschen“ aktiv.
  • Ein Konto entfernt: Alle dahinter liegenden Konten rutschen eine Position nach vorn.
  • Jedes andere Gerät, jeder andere Browser und jedes private Fenster zählen für sich.
  • Eine Kollegin öffnet den geteilten Link: Bei ihr zeigt /u/1/ auf ein ganz anderes Konto.

Besonders unangenehm ist der stille Fehlerfall: Der Link funktioniert weiterhin, er öffnet nur eben den falschen Kalender. Man merkt es im Zweifel erst, wenn ein Termin im falschen Kalender steht.

Exotisch ist das Problem übrigens nicht. In einem Google-eigenen Open-Source-Projekt ist es als Bug dokumentiert, mit der bemerkenswerten Feststellung, dass sich der richtige Index über keine API ermitteln lässt.

Statt einer Position sagt man Google direkt, welches Konto gemeint ist. Der Weg dahin führt über Googles Kontoauswahl:

https://accounts.google.com/AccountChooser?source=ogb&continue=https%3A%2F%2Fcalendar.google.com%2Fcalendar%2Fr&Email=marco%40example.com

Auseinandergenommen sind das nur drei Bausteine:

ParameterBedeutung
sourceHerkunftskennzeichen, ogb steht für die „One Google Bar“ (reine Kosmetik).
continueDie Ziel-URL, vollständig URL-kodiert. Hierhin geht es nach der Kontoauswahl.
EmailDie E-Mail-Adresse des Kontos, das verwendet werden soll.

Google findet in der aktuellen Sitzung das Konto zu dieser Adresse, ermittelt selbst den passenden Index und leitet weiter. Ist das Konto nicht angemeldet, landet man auf der Anmeldeseite, mit bereits vorausgefüllter Adresse.

Alternativlösungen?#

Grundsätzlich geht es auch mit dem Parameter authuser. Bei vielen Diensten akzeptiert er neben einer Nummer auch die Adresse selbst:

https://calendar.google.com/calendar/r?authuser=marco@example.com

Kürzer und lesbarer, trotzdem die schlechtere Wahl. authuser wählt nur zwischen den Konten aus, die in diesem Browser gerade angemeldet sind. Ist man irgendwo angemeldet, nur eben nicht in dem Konto aus dem Link, fragt Google nicht nach: Es öffnet kommentarlos ein anderes Konto, ohne Anmeldeseite und ohne Warnung. Damit ist man wieder bei dem Problem, das der Link lösen sollte.

Auch gibt es ältere Berichte das sowas wie

https://calendar.google.com/calendar/u/marco@example.com/r

mal funktioniert haben soll, dass kann ich Stand September 2026 aber nicht bestätigen. Bei mir gings nicht.

Quellen#

Über den Autor Marco Borm

Marco Borm

Gründer des Softwareunternehmens sekskant aus Hoppegarten bei Berlin. Inzwischen 26 Jahre Branchenerfahrung als Teamleiter, Entwickler und Brückenbauer zwischen den Kunden, Produktmanagement und Softwareentwicklung.

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